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Hühnerrassen und ihre Besonderheiten

Egal ob für Anfänger oder erfahrene Hühnerhalter: wer neue Hühner anschaffen möchte, hat eine riesige Anzahl an Rassen, aus denen ausgesucht werden kann. So listet der Bund Deutscher Geflügelzüchter über 180 Rassen auf.

Natürlich gibt es weltweit noch mehr Hühnerrassen, und zusätzlich beinhaltet dieser Index noch keine Mischungen. Weil aber manche Rassen vom Aussterben bedroht sind, ist eine genau Angabe der Anzahl nahezu unmöglich. Dennoch ist klar, wer die Wahl hat, hat die Qual.

Kategorien von Hühnerrassen

Verschiedene Hühnerrassen können unterteilt werden in Nutzgeflügel und Ziergeflügel. Auch wenn manche in mehrere Kategorien passen, kann man die folgenden unterscheiden:

  1. Fleischrassen
  2. Legerassen
  3. Zwiehuhnrassen
  4. Kampfhuhnrassen

Welche Hühnerrasse die richtige für Sie ist, hängt von ganz verschiedenen Faktoren ab. Wünschen Sie sich viele Eier und diese auch im Winter? Oder wollen Sie eher Hühner zum Schlachten? Haben Sie schon viel Erfahrung oder sind Sie Neuling? Und welche Möglichkeiten bietet Ihr Grundstück?

Fleischhühner

Wie die Bezeichnung schon zeigt, sind Hühner aus Fleischrassen in erster Linie zur Fleischproduktion gezüchtet. Sie erreichen ein Körpergewicht von 5 kg oder mehr. Allerdings müssen Fleischhühner dafür nicht mehr fressen als andere, denn sie setzen das Futter einfach besser an.

Durch ihr große Körpermaße sind Fleischrassen deutlich weniger lebendig als ihre Artgenossen und fliegen beispielsweise nicht. Bei der Haltung ist also ein niedrigerer Zaun ausreichend um ein Ausbüxen zu verhindern.

Fleischhühner legen durchaus auch Eier. Mit um die 140 Eier pro Jahr sind das aber viel weniger als andere Rassen.

Beispiele:

  • Orpington Hühner haben ihren Ursprung in England und Hennen werden bis 3,5 kg schwer. Sie legen ungefähr 180 cremefarbige Eier pro Jahr.
  • Jersey-Giants aus den USA werden als Hennen bis 4,5 kg, als Hähne bis 5,5 kg schwer und legen ca. 180 Eier im Jahr.
  • Brahma Hennen erreichen ein Gewicht von ca. 4 kg und legen im Jahr um die 140 gelbbraune Eier.

Legehühner

Hühner aus Legerassen sind für eine hohe Legeleistung gezüchtet und legen mindestens 180–220 Eier jedes Jahr. Diese Angabe gilt natürlich eher für junge Legehühner, die Leistung nimmt im Laufe des Lebens ab. Anders als Fleischhühner benötigen sie sehr viel Futter, setzen das aber nicht in Körpergewicht, sondern in Eier um.

Also ist die Körpermaße von Legehühnern relativ gering, wodurch sie im Allgemeinen sehr lebendig sind. Ihr Fleisch kann gut verzehrt werden, auch wenn es weniger und dafür muskulöser ist.

Beispiele:

  • Leghornhühner mit Ursprung in den USA werden 1,7–2,7 kg schwer und legen rund 200 weiße Eier jedes Jahr.
  • Friesenhühner aus den Niederlanden legen bei einem Körpergewicht von ca. 1,2 kg stolze 200 Eier im Jahr.
  • Kraienköppe wiegen als Hähne bis 3 kg. Die Hennen legen bei einem Gewicht von 2 kg jährlich bis zu 230 Eier.
  • Araucanas sind eine besondere Rasse aus Südamerika. Die 1,8 kg schweren Hennen legen pro Jahr etwa 180 Eier mit einer türkisfarbenen Schale.

Zwiehühner

Zwiehühner, auch Zweinutzungsrassen genannt, stellen einen wunderbaren Kompromiss zwischen Lege- und Fleischrassen dar. Sie setzen ihr Futter effektiv in Körpergewicht – also Fleisch – an, können aber gleichzeitig bis zu 200 Eier jährlich legen.

Ramelsloher, Sussex, Sundheimer, Welsumer und viele andere sind recht unempfindlich und pflegeleicht. Sie können beispielsweise auch im Winter in den Auslauf.

Weitere Beispiele:

  • Amrock Hühner aus Nordamerika sind als Hähne bis 4 kg und als Hennen bis 3 kg schwer. Sie legen ungefähr 210 Eier im Jahr.
  • Sundheimer Hennen erreichen ein Gewicht bis 2,5 kg und legen dabei jährlich 220 Eier. Sie gehören zu den Winterlegern und legen also auch im Winter konstant. Die Hähne wiegen bis 3,5 kg.
  • Altsteirer aus der Steiermark haben ein Gewicht von bis zu 3 kg als Hähne und 2,2 kg als Hennen mit einer Legeleistung von 180 Eiern.

Kampfhühner

Hühner dieser Rassen sind in erster Linie für Kämpfe gezüchtet. Von Nutzhühnern unterscheiden sie sich deutlich im Aussehen: sie haben ein dünner ausgebildetes Federkleid. Dadurch sind sie kälteempfindlicher.

Hahnenkämpfe sind heutzutage in nahezu allen westlichen Ländern verboten! Es gibt sie nur noch in Südamerika und einigen asiatischen Ländern. Doch aufgrund ihres Aussehens sind Kampfhühner bei Hühnerhaltern sehr beliebt. Zudem sind sie ihrem Halter gegenüber sehr anhänglich und zahm.

Kampfrassen sind sehr muskulös. Somit eignen sie sich zum Schlachten nicht gut, legen aber durchaus um die 100 Eier im Jahr.

Wenn Sie von diesen Hühnern begeistert sind, gibt es einiges zu beachten. Sie können gut fliegen. Eine Voliere ist also ratsam. Zudem müssen die Hähne getrennt werden, sobald sie geschlechsreif sind. Nur so können Sie aggressives Verhalten und Kämpfe unterbinden. Und auch Hennen können nicht ohne Probleme mit Hennen anderer Rassen gehalten werden.

Beispiele:

  • Brügger Kämpfer werden je nach Geschlecht 3,5 bis 5,5 kg schwer. Die Hennen legen bis zu 120 Eier jährlich.
  • Pfälzer Kampfhühner kommen auf ein Gewicht von um die 2 kg und von den Hennen sind pro Jahr etwa 100 Eier zu erwarten.

Zwerghühner

Einige Rassen sind von Natur aus sehr klein, beispielsweise Antwerpen Bartzwerge mit 600–700 g oder die noch etwas kleineren Holländischen Zwerghühner mit nur 400 bis 500 g Körpergewicht. Zusätzlich gibt es gezüchtete Zwergrassen zu nahezu allen beliebten normalen Rassen jeder Kategorie.

Ein großes Plus für die Haltung von Zwerghühnern ist natürlich der geringere Platzbedarf und die trotzdem vorhandene Eleganz ihrer großen Namensvettern. Allerdings ist zu beachten, dass die Eier weniger zahlreich und kleiner ausfallen. Wenn die Quantität der Eier und des Fleisches für Sie wichtig ist, sind Zwergrassen nicht perfekt für Sie!

Alles in allem sind Zwerghühner vorrangig als Zierrassen gut geeignet. Dennoch haben sie die gleichen Ansprüche wie große Rassen. Auch sie lieben ein Staubbad und ausreichend Auslauf mit Platz zum Scharren und Verstecken.

Hybridhühner

Zusätzlich gibt es auch noch Hybridhühner. Diese sind speziell gezüchtet für die Agrarindustrie und sind daher mit einer extrem hohen Legeleistung ideal für die gewerbliche Tierhaltung. Im Jahr legen sie bis zu 320 Eier.

Es gibt übrigens strenggenommen keine „Hybridrassen“. Silberhals Hühner, Lohmann Hühner und Co. sind nämlich Kreuzungen aus verschiedenen Hühnerrassen, die ihrem Ursprung manchmal nicht mehr zuzuordnen sind.

Hobbyhalter profitieren von ihrer Unempfindlichkeit und der Zuverlässigkeit in Bezug auf die Qualität der Eier und des Fleisches. Auch Gesundheits- oder Verhaltensprobleme, die bei reinrassigen Hühner durch Überzüchtung und Inzucht auftreten können, sind bei Hybriden vergleichsweise selten.

Allerdings ist für die Legeleistung eine große Futtermenge Grundvoraussetzung – auch um aggressives Verhalten hungriger Tiere zu vermeiden. Für Züchter sind Hybridhühner mangels Reinrassigkeit nicht geeignet.

Zusammenfassung

Je nach Erwartung, Erfahrungsschatz und äußeren Umständen können Sie also aus beinahe 200 gelisteten Hühnerrassen aussuchen. Die Kategorien wie Lege- oder Fleischhuhn helfen Ihnen dabei, eine Vorauswahl zu treffen, um Ihren Traum von der eigenen Hühnerherde wahr werden zu lassen – oder um ihre bestehende Herde zu vergrößern und diverser zu gestalten.

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